Ältere Arbeitskräfte sind immer mehr gefragt

Der Arbeitsmarkt im Raum Kitzbühel entwickelt sich zum positiven. Dabei zeigt die Asyl-Situation derzeit kaum Auswirkungen.

Der Arbeitsmarkt im Raum Kitzbühel ähnelt einer Hochschaubahn. In der Saison ist die Arbeitslosigkeit minimal, in der Zwischensaison aufragend. Dies wird jedoch auf den Tourismus zurückzuführen sein.

Trotz alledem entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk Kitzbühel immer mehr zum positiven. Seit 2014 fallen die Arbeitslosenzahlen und im Gegenzug boomen auch die Beschäftigungszahlen. Im August war es ein Rückgang von fast 20 % bei den Arbeitslosen im Gegenzug zum Vorjahr.

Besonders günstig sei die Entwicklung bei den älteren Mensche, die keiner Beschäftigung nachgehen. Hier gebe es seit drei Monaten einen Rückgang. Immerhin 38 % der Arbeitslosen im Raum sind über 50 Jahre alt. „Das Phänomen ist relativ neu, denn damals gab es über 60-jährige Arbeitslose fast gar nicht. Im Moment haben wir jemanden über 70 bei uns. Das habe Konsequenzen auf die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Dass sich hier viele in die soziale Hängematte legen würden, lässt Manfred Dag, AMS-Kitzbühel-Chef, nicht gelten. Er sagt jedoch: Der Anteil derjenigen, die gesundheitliche Probleme haben, ist gestiegen und auch ältere Personen tun sich am Arbeitsmarkt extrem hart.

Alleine diese beiden Personengruppen wären in der Vergangenheit um mehr als 50 % gewachsen und stellen einen großen Teil der Langzeitarbeitslosen. Exakte Zahlen, wie viele Menschen nicht vermittelbar sind, gebe es nicht. Aber auch in guten finanziellen Zeiten, sei die Arbeitslosenquote nie unter 2 % gesunken. Dies ist wohl der Fixsatz, unter den wir keinesfalls kommen, so Manfred Dag. Sicher ist für Manfred Dag, dass die wirtschaftliche Konstellation der Haupttreiber für die Arbeitslosigkeit im Raum sei. Das veranschaulichen die Zahlen deutlich. Wenn es wirtschaftlich gut läuft, sind die Arbeitslosenzahlen minimal. Es wird also weniger daran liegen, dass die Menschen nicht arbeiten wollen, davon ist Manfred Dag überzeugt.

Wenig Schlagkraft auf den Arbeitsmarkt im Raum hätten Asylwerber. Dies läge aber daran, dass die Bescheide sehr lange dauern, so Manfred Dag. So wären beim AMS monatlich 20 bis 25 Personen gemeldet, die einen erfreulichen Asylbescheid bekommen haben und Arbeit suchen. Dies sei sehr stabil.

Ein genaues Auge legt man nun auch auf die Zumutbarkeitsgrenzen. Aus der Wirtschaft gibt es oft die Kritik, dass es im Osten Österreichs zahlreiche arbeitslose Köche gibt, im Westen aber fast keine zu finden seien. Die überregionale Zuteilung wird forciert. Wenn jemand keine Betreuungspflicht hat, ist er jedenfalls österreichweit vermittelbar. Auch im Osten werden immer mehr Fachkräfte für den Tourismus gesucht.

Zudem würde man sehr wohl Sanktionen aussprechen, wenn ein Arbeitssuchender sich anbietet, aber zu verstehen gibt, dass er die Arbeit nicht möchte. So wurden dieses Jahr bereits 64 Sanktionen ausgesprochen. Dies bekommen Betriebe selbstverständlich nicht mit. Es ist von Bedeutung, dass wir über solche Vorstellungsgespräche aufgeklärt werden.

Dieser spielt den Ball zu den Betrieben zurück. Primär in einer Branche, die unbedingt Mitarbeiter sucht, müsste man auch die Stellenangebote anderweitig bewerben. Wenn aber ein Fünfsternhaus nur den Mindestlohn bei einer Stellenanzeige beziffert, ist das keine Anregung für Fachkräfte, so Manfred Dag und dieser kritisiert weiter, dass sodann zum Teil mitten in der Hauptgeschäftszeit Mitarbeiter für eine Woche als arbeitslos gemeldet werden. Dies ist schon schräg, so Manfred Dag. Er gibt noch einen kleinen Tipp auf den Weg: ,,Eines ist schon klar, umso attraktiver eine Branche ist, umso leichter findet sie auch Mitarbeiter.“

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