Es mangelt an Lehrern trotz belegter Arbeitsstellen

In Sachsen ist in etwa die Hälfte der neu eingestellten Lehrer immer noch nicht bereit, zu unterrichten. Ca. 700 Lehrer werden im Moment noch weitergebildet, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Hierbei handelt es sich um Seiteneinsteiger, so die GEW-Landesvorsitzende Ursula-Marlen Kruse gegenüber MDR AKTUELL. Diese müssten erst einen 3-Monatigen Kurs besetzen und könnten den Schulen aus diesem Grund nicht zugewiesen werden. Die Weiterbildungen werden noch bis ca. Dezember andauern.

Ungefähr 1400 Stellen hatte das Kultusministerium für dieses Schuljahr zu besetzen. Objektiv sind nun alle 1.400 Arbeitsverträge unterzeichnet worden. Dies erwies das sächsische Bildungsministerium. Dies war im Rahmen möglich, weil 720 Seiteneinsteiger eingestellt wurden.

Dahingegen vertreten einige von ihnen noch nicht eine Klasse, berichtet die sächsische GEW-Vorsitzende Ursula-Marlen Kruse: „In der Realität sieht es so aus, dass circa 700 der jetzt eingestellten Beschäftigten überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Circa 700 künftige Kolleginnen und Kollegen sind jetzt in einer Fortbildung. Das sind nämlich Seiteneinsteiger die Sachsen eingestellt hat.“ Und weiter:
In der Realität ist es so, dass ganz viele Stunden den Schulen überhaupt nicht zugewiesen sind, sodass die Not so groß ist wie noch nie.
Ursula-Marlen Kruse, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Auf die exkakte Zahl will sich das Kultusministerium noch nicht festlegen, aber es bestätigt sich auf Nachfrage von MDR AKTUELL, dass einige Seiteneinsteiger noch in Fortbildungen seien. Nur ein kleiner Teil arbeitet bereits, ein paar kämen zum 1. Oktober aus der Fortbildung und der Rest dann ab 1. Dezember.

Viel Kritik an Seiteneinsteigern

Mit einem hohen Anteil an Seiteneinsteigern hat sich das Bundesland Sachsen viele Vorwürfe eingehandelt. Die Qualität der Bildung im Freistaat ist bedroht, zudem bräuchten die Neuen viel Hilfe aus dem Kollegium und hielten den Lehrbetrieb auf. Aus dem Bildungsministerium heißt es schriftlich:
Die Alternative dazu wäre kein Unterricht. Insofern haben wir uns angesichts des Lehrermangels auf dem Arbeitsmarkt dazu entschieden, auf Seiteneinsteiger zurückzugreifen.

Mitteilung des sächsichen Bildungsministeriums
Dass dies kein leichter Weg ist, hat Bildungsministerin Brunhild Kurt schon von Anfang an des Schuljahres zugestanden:
„Ich sehe die Bildungsqualität dadurch nicht gefährdet. Sage aber sehr wohl, dass es große Anstrengungen in den Lehrerkollegien bedarf und eines guten Miteinanders. Auf das positive Schulklima kommt es an und dann werden wir die Bildungsqualität weiter erhalten.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält dagegen: nach 3 Monaten Crash-Kurs sei keiner ein fertiger Lehrer und wer als Seiteneinsteiger kommt, der zieht sich vielleicht auch bald wieder zurück.

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