Was ist bei einer Krankschreibung erlaubt und was nicht

Dürfen Beschäftigte einkaufen gehen, Sport machen oder verreisen, wenn sie krankgeschrieben sind oder müssen sie während ihrer Arbeitsunfähigkeit zu Hause bleiben und das Bett hüten? Wir sagen Ihnen was Sie dürfen und was nicht.

Ab wann muss man sich bei Arbeitsunfähigkeit krankmelden?

Sie müssen Ihrem Chef am gleichen Tag der Erkrankung Bescheid geben und ihm mitteilen, dass Sie erkrankt sind und nicht zur Arbeit kommen. Sie müssen ferner auch mitteilen, wie lange Sie der Arbeit voraussichtlich fern bleiben.

Sie brauchen Ihrem Arbeitgeber nur eine Krankmeldung vom Arzt geben, wenn Ihre Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage andauert. Sie müssen Ihrem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am vierten Tag vorlegen, wenn die Erkrankung mehr als drei Tage andauert. Der Arbeitgeber kann aber schon vorher verlangen, was üblich und rechtlich erlaubt ist.

Der Arbeitgeber kann zudem verlangen, dass der Arbeitnehmer bei nur einem Tag Arbeitsunfähigkeit ihm eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt.

Wenn Sie z. B. eine Wochen krank geschrieben sind, aber schon vorher wieder fit sind, dürfen Sie selbstverständlich wieder in die Arbeit gehen. Es gibt keine Bescheinigung, um sich wieder gesund schreiben zu lassen.

Darf man während seiner Arbeitsunfähigkeit Sport treiben?
Es kommt auf die Erkrankung drauf an. Sie dürfen nichts tun, was verhindert, dass Sie genese und schnell wieder gesund werden. Es gibt aber Krankheiten, die zu einer Genesung beitragen. Ich so einem Fall, dürfen Sie, wenn Sie krank geschrieben sind, Sport treiben.

Darf man während seiner Arbeitsunfähigkeit einkaufen gehen, verreisen oder sein Kind in den Kindergarten bringen?
Sie müssen nicht, wenn Sie arbeitsunfähig erkrankt sind, zwangsläufig zu Hause bleiben und das Bett hüten, zumindest nicht dann, wenn Ihre Krankheit das nicht verlangt.
Alle Handlungen, die Ihre Genesung nicht behindern oder sogar befördern, sind erlaubt. Sie dürfen daher verreisen, wenn Sie krankgeschrieben sind. Es kommt aber auf die Erkrankung drauf an. Auch eine Aktivität wie Einkaufen gehen ist erlaubt, solange Sie Ihre Genesung nicht verhindern. Wenn Sie aber hohes Fieber haben und dann Ihr Kind in den Kindergarten bringen, könnte dies Ärger bereiten. Dies könnte nämlich die Krankheit verschlimmern. Sollte Ihr Arbeitgeber dies mitbekommen, kann er Sie abmahnen oder im schlimmsten Fall sogar kündigen.

Darf der Chef Sie kontrollieren?
Es kommt immer wieder vor, dass der Arbeitgeber Zweifel an der Erkrankung seiner Mitarbeiter hat und somit den Medizinischen Dienst der Krankenkasse einschaltet. Der Medizinische Dienst bestellt erkrankte Mitarbeiter ein und erstellt ein eigenes ärztliches Gutachten. Wenn durch diese Form der Kontrolle rauskommt, dass der Beschäftigte nicht erkrankt ist, könnte dies als Betrugsversuch zu einer Verdachtskündigung führen. Man sollte sich jedoch trotz alledem ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen und sich vorher eingehend darüber beraten lassen, wie man vorgeht und welche Möglichkeiten es gibt, sich gegen eine Verdachtskündigung zu wehren.

Der Beitrag Was ist bei einer Krankschreibung erlaubt und was nicht erschien zuerst auf JobRoller.